
Tipps für Angehörige
Einen geliebten Menschen zu begleiten ist erfüllend, aber oft auch kräftezehrend – vor allem, wenn man plötzlich zwischen Beruf, Familie und Pflege jongliert. In diesem Bereich bündeln wir praxisnahe Ideen, die Ihren Tag sofort leichter machen: einfache Handgriffe, bewährte Kommunikationsstrategien und kleine Organisationstricks, die Zeit, Nerven und Rücken schonen. Ob Sie gerade erst in die Rolle der pflegenden Angehörigen hineinwachsen oder schon lange dabei sind – unsere Tipps holen Sie dort ab, wo Sie stehen, und geben Ihnen das Werkzeug an die Hand, um Herausforderungen souverän und mit einem guten Gefühl zu meistern.
Schnellstarter-Tipps
Drei Dinge, die sofort wirken
- 1. Einen Wochenplan schreibenLegen Sie feste Pflege-, Essens- und Ruhezeiten fest und teilen Sie Aufgaben früh mit Familie, Freunden oder Nachbarn. So entsteht Berechenbarkeit statt Dauer-Feuerwehrmodus.
- 2. Hebetechnik üben, bevor es eiltRutschbrett, Gleitmatte und Stand-Aufrichter reduzieren Rückenlast spürbar; viele Sanitätshäuser zeigen die Griffe kostenlos.
- 3. Mini-Notfallmappe anlegenMedikamentenliste, Vollmacht, Kontaktdaten der Hausärztin und des Pflegedienstes als Ausdruck neben dem Telefon; im Ernstfall sparen Sekunden Nerven.
Alltag & Organisation
- TagesstrukturKlare Abläufe beruhigen Pflegebedürftige mit Demenz und entlasten das Gedächtnis der Pflegenden.
Unser Tipp: Visueller Wochenkalender an der Küchentür - PflegeprotokollSchneller Überblick für Arzt, MD-Begutachtung und Urlaubsvertretung.
Unser Tipp: Smartphone-Vorlage oder klassisches Ringbuch - DelegierenNiemand muss alles können: Essen auf Rädern, Nachbarschaftshilfe, Hausnotruf.
Unser Tipp: Kosten oft über Entlastungsbetrag finanzierbar (bis zu 131 € monatlich)
Körperlich richtig pflegen
- Null-Last-TransfersBett auf Hüfthöhe, Pflegebettgitter absenken, Hilfsmittel hinzuziehen. Rücken bleibt gerade, Knie leicht gebeugt.
- SturzpräventionEin Niederflurbett und rutschfeste Bodenbeläge senken das Verletzungsrisiko.
- MikropausenNach jedem Transfer 30 Sekunden Schultern kreisen – kleine Rituale verhindern Verspannungen.
Kommunikation & Beziehungspflege
- Aktives ZuhörenBlickkontakt, wiederholen, was verstanden wurde. Schafft Vertrauen – besonders bei Demenz.
- Ich-BotschaftenIch-Botschaften anstelle von Vorwürfen („Ich merke, dass ich gerade müde werde …“) reduzieren Konflikte spürbar.
- Gemeinsame RitualeGemeinsame Rituale (Kaffee um 15 Uhr, Lieblingslied beim Anziehen) stabilisieren Identität und schenken Vertrautheit.
Entlastungs- & Unterstützungsangebote 2026
- Entlastungsbetrag131 € / Monat
- Verhinderungspflege1 685 € / Jahr (flexibel nutzbar ab 1. 7. 2025 via Entlastungsbudget: 3 539 €)
- Kurzzeitpflege1 854 € / Jahr
- PflegeunterstützungsgeldLohnersatz bis zu 10 Arbeitstage jedes Jahr bei akuten Pflegenotsituationen
- PflegekurseKostenfrei (nach § 45 SGB XI)
Digitale Helfer
- Hausnotruf-Systeme(ab 25 €/Monat; oft vollständig von Kasse finanziert)
- Pflege-Apps & DiPA:Erinnern an Medikamente, dokumentieren Vitalwerte (bis 53 € / Monat erstattungsfähig)
- Sensormatten & Sturzmelder:Push-Alarm aufs Smartphone, wenn nachts jemand das Bett verlässt.
Notfall- & Vorsorgemanagement
- NotfallmappePatient*innenverfügung, Vorsorgevollmacht, Medikamentenplan.
- Haus-ChecklisteSchlüssel-Versteck, Medikamentenbestand, Notrufnummern.
- ICE-KontaktIm Handy hinterlegen
Ihr roter Faden
- 1. InformierenWissen reduziert Sorge.
- 2. DelegierenHilfen annehmen ist kein Versagen.
- 3. OrganisierenKlare Abläufe sparen Kraft.
- 4. RegenerierenNur wer selbst gesund bleibt, kann gut pflegen.
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